Am 26.3.14 beantragte die Piratenfraktion F/K in der BVV die Umbenennung der Mühlenstraße in “Am Todesstreifen”

Der Antrag wurde nicht wie üblich in die Ausschüsse verwiesen, sondern direkt abgeschmettert.

Es wurde den Piraten der Wunsch nach Rache an den Investoren unterstellt. Die CDU sprach gar von einem Schlag ins Gesicht der Maueropfer. (!?!)

Diese Reaktionen machen deutlich, dass die Bedeutung der East Side Gallery selbst in der BVV bis heute nicht von allen erkannt wird.

Der Todesstreifen an dieser Stelle war deutsch-deutsche Realität und die Umbenennung der Mühlenstraße würde u.E. die Historie der East Side Gallery unmissverständlich verdeutlichen. In 25 Jahren wird niemand mehr an Mediaspree versenken! denken oder an Rachegelüste an den Investoren. Vielmehr würde der Straßenname “Am Todesstreifen” eindeutig darauf verweisen, was die East Side Gallery einst war.

Daher wird sich der Initiativkreis Mediaspree versenken! weiter für die Straßenumbenennung stark machen und einen Einwohnerantrag an die BVV auf den Weg bringen. Mehr dazu demnächst. Hier noch der Wortlaut des Antrages der Piraten:

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen, dass die Mühlenstraße in Friedrichshain (zwischen Stralauer Platz und Oberbaumbrücke) in Gänze umbenannt wird in “Am Todesstreifen”.

Begründung:
Die derzeitige Mühlenstraße verläuft in Gänze entlang der heutigen East Side Gallery. Diese stellt den heute noch sichtbaren Teil der ehemaligen Grenzanlage der damaligen DDR dar. Diese Grenz- und Sperranlage wurde 1961 erbaut, ständig modernisiert und perfektioniert und bis 1989 betrieben. Die heutige East Side Gallery war ursprünglich Teil der komplexen, menschenverachtenden und dem Sinn nach tödlichen Grenz- und Sperranlage. Der so genannte Todesstreifen mit weiteren Sperranlagen, Wachtürmen und Patrouillenwegen war wesentlicher Teil dieser Anlage und damit des eisernen Vorhangs, der Teil der Politik des Kalten Krieges war. Diese Politik spaltete die Welt in zwei Lager und brachte sie an den Rand des atomaren Untergangs. Allein im Bereich der East Side Gallery kamen in dieser Zeit 18 Menschen ums Leben. Darunter auch fünf Kinder aus West-Berlin, die während des Spielens auf West-Berliner Seite in die Spree gefallen waren und ertranken. Heute steht die East Side Gallery für die Freude über die friedliche Überwindung der deutschen Teilung.
Die Umbenennung der Mühlenstraße in “Am Todesstreifen” würde die zeitgeschichtliche Bedeutung dieses Ortes verdeutlichen und zum Verständnis der Bedeutung des East Side Gallery als nationales und internationales Mahnmal beitragen.

Eine Umbenennung der Mühlenstraße in “Am Todesstreifen” ist aber auch aus praktischen Gründen sinnvoll. Sie schließt die Verwechslungsgefahr beim Auffinden des Ortes aus. Es gibt 7 Mühlenstraßen in Berlin und 52 weitere Orte in Form von Straßen, Seen, Plätzen, Gartenanlagen und Bergen, in denen “Mühlen” vorkommt.